Entnommen aus dem Buch "Die Befestigung
der Stadt Dortmund"
von Christiane Althoff mit freundlicher Genehmigung
des P+R Verlages, Dortmund
Der Adlerturm
Stadien des Wiederaufbaus
Die
Reste des zu Beginn des 19. Jahrhunderts teilweise abgerissenen Turmes
wurden am Ostwall von April 1986 bis August 1987 auf Vorschlag des Historischen
Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark freigelegt. Unterstützung
fand man durch die Baugewerbeinnung Dortmund und Lünen, die für
die technische Vorbereitung der Ausgrabung und deren baufachliche Begleitung
sorgte.
Durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die vom Museum für Kunst
und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund betreut wurden, konnten die Untersuchungen
durchgeführt werden. Die Ausgrabung erbrachte wichtige Erkenntnisse
zur Konstruktion, Bautechnik und Nutzung des Turmes und der Stadtbefestigung.
Der neu aufgebaute Adlerturm ist ein Rekonstruktionsvorschlag, der dem
ursprünglichen Aussehen des historischen Turmes wohl nahe kommt, über
dessen tatsächliche Form aber nur wenige Informationen vorliegen.
Dieser Turm ruht auf einem Pfeilertragwerk aus Beton. Damit ist gewährleistet,
dass das noch im Boden befindliche und sichtbare Originalmauerwerk nicht
belastet und eine deutliche Trennung von Original und Rekonstruktion sichtbar
wird.
Der Adlerturm ist ein Wahrzeichen der ehemals freien Reichs- und Hansestadt Dortmund und stellt als Rekonstruktion "Geschichte zum Anfassen" dar.
Der
Adlerturm im Spiegel der Presse
Historischer Adlerturm:
1300 - 1350
Vermutete Errichtung
1524
Einsturz der Stadtmauer östlich vom Neutor
auf einer Länge von ca. 60 m.
1610
Einzige vollständige Darstellung des Turmes
auf dem Stadtplan von D. Mülher.
1722 - 1723
Einsturz des baufälligen Turmes und Wiederaufbau.
1804
Darstellung des bis auf die Wallhöhe abgetragenen
Turmes auf einem Gemälde von B.A. Berger.
1810
Darstellung des Grundrisses im Varnhagen-Plan
ohne Maßstab.
1826
Darstellung des Grundrisses im Urkataster mit
einem Durchmesser von 11,80 m.
1836
Abtragung des Wallabschnittes zwischen Ostentor
und Neutor samt dem Adlerturm.
1858
Darstellung des Grundrisses Adlerturm im Brandhoffschen
Stadtplan.
1860 - 1874
Abtragung des Walles und Zuschüttung des
Grabens.
1896
Rekonstruktionszeichnung bei F. Kullrich (ohne
Maßstab).
Neuer Adlerturm:
1983
Der Vorschlag - Freilegung, Sichtbarmachung und
Teilaufmauerung der Reste der historischen Stadtmauer und des Adlerturmes
- wird von Heinrich Scholle vorgetragen.
1984
Aus Anlass ihres 100-jährigen Jubiläums
bietet die Baugewerbe-Innung Dortmund und Lünen der Stadt eine Sachmittelspende
für die Ausgrabung des Turmes an.
1986
Einrichtung der Baustelle durch das Ausbildungszentrum
der Baugewerbe-Innung. Technische Vorbereitung der archäologischen
Ausgrabung und deren baufachliche Begleitung. Die wissenschaftliche Leitung
und Durchführung liegt beim Museum für Kunst und Kulturgeschichte
der Stadt Dortmund.
1987
Beendigung der ersten Grabung im Außenbereich
des Turmes.
1989
Der neu gebildete "Arbeitskreis Adlerturm e.V."
unter Vorsitz des Altbürgermeisters Willi Reinke setzt sich für
den Gesamtaufbau des Adlerturmes ein. Im Juni beschließt der Rat
der Stadt den Wiederaufbau des Turmes. Eine weitere Ausgrabung zur Dokumentation
der Befunde und Bergung der Funde im Innenraum des Turmes wird notwendig
und noch im gleichen Jahr beendet.
1990
Erster Spatenstich und Baubeginn.
1991
Richtfest des Adlerturmes im Oktober.
1992
Eröffnung des Adlerturmes im Juni.
Abb. 1 - 6:
Der Adlerturm, Stationen seines Wiederaufbaus
und Einweihung am 6.6.1992.
Der Vorsitzende des "Arbeitskreises Adlerturm
e.V.", Altbürgermeister Willi Reinke,
und der nordrhein-westfälische Minister
für Stadtentwicklung und Verkehr,
Franz-Josef Kniola, überreichen Oberbürgermeister
Günter Samtlebe den Schlüssel zum Adlerturm.
(Fotos: Lichtbildstelle und Druckerei der
Dortmunder Stadtwerke AG).
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